Woher kommt die Ketogene Ernährung? – Grundwissen Ketogene Ernährung

Woher kommt die Ketogene Ernährung?

Die Geschichte der klinischen Erforschung der Ketogene Ernährung beginnt bereits in der Antike. Hippokrates erkannte Hinweise das der Entzug von Kohlehydraten einen positiven Einfluss auf Gehirnerkrankungen wie Epilepsien hat. Das Gehirn braucht als Energielieferant Glukose, das er aus Kohlehydraten gewinnt, und Ketone, die aus dem Fettstoffwechsel gebildet werden. Vermehrt entstehen Ketone wenn dem Körper die Kohlenhydrate entzogen werden, wie es z.B. auch in einer Fastenphase geschieht. Beim Fasten ist demnach der Hauptenergielieferant das eigene Körperfett, aus denen die Ketone gebildet werden. 1921 beschrieb Geyelin, das diese Ketone einen positiven Effekt auf das Gehirn haben.  Diesen Zusammenhang beschrieb ebenfalls im selben Jahr Dr. Wilder der Mayo Klinik. Er empfahl die Kohlenhydrate drastisch zu Verknappen und die Fettzufuhr dafür zu erhöhen. Durch die Erhöhung der Fettzufuhr, mussten die Patienten einerseits nicht mehr Fasten und konnten „normal“ essen, anderseits verloren sie nicht an Gewicht, wie es im normalen Fasten üblich ist. Wilder forschte in den nächsten Jahren weiter und nannte diese Ernährungsweise erstmals „ketogenic diet“. Dr. Peterman, der auch an der Mayo Klinik praktizierte, formulierte das erste Makroschema für die Ketogene Diät. Er empfahl 1g Protein pro kg Körpergewicht und 10-15g Kohlehydrate pro Tag. Der restliche Kalorienbedarf sollte über Nahrungsfette gedeckt werden.  Durch die Entdeckung neuer Medikamente rückte diese erfolgreiche Ernährungsweise jedoch in den Schatten. Aus Sicht der Pharmaindustrie ist es natürlich lukrativer Medikamente von Ärzten verschreiben zu lassen, als mit einer einfachen Ernährungsumstellung den Menschen zu helfen.  So wurde die Ketogene Ernährung nur noch angewandt, wenn die Medikamente keine Wirkung zeigten oder die Patienten erhebliche Nebenwirkungen bekamen. Ende der 90’er bekam die Ketogene Ernährung neuen Auftrieb, durch eine TV Dokumentation eines 2 jahre alten, Epilepsie kranken Jungen, der durch die Ketogene Ernährung Anfalls frei wurde. Als 1997 diese Geschichte verfilmt wurde („First Do No Harm“) mit Merryl Streep in einer der Hauptrollen, erweckte dies erneut die Aufmerksamkeit auf die Ketogene Ernährungsweise. Heute wird sie erfolgreich in über 45 Ländern der Welt bei Epilepsie kranken Kindern als Therapiebegleitung angewandt. Auch bei anderen Erkrankungen wie Krebs, Alzheimer, Diabetis, Multipler Sklerose, Schlaganfall, Parkinson, Depression und Übergewicht bestätigen neue Studien den positiven Effekt der Ketogenen Ernährung. So konnte in verschiedenen Studien festgestellt werden, dass z.B. Krebszellen sich von Glucose „ernähren“ und durch den Entzug von Kohlehydraten aus der Ernährung bestimmte Tumore das Wachstum einstellten. Weiterhin konnte festgestellt werden, das sich das Lebensgefühl und der Schlaf bei einigen Patienten verbesserte.


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Studien & Quellenverzeichnis

Geyelin HR. (1921) Fasting as a method for treating epilepsy. Med Rec 99:1037–1039.

Wilder RM. (1921) The effect on ketonemia on the course of epilepsy. Mayo Clin Bull 2:307.

Peterman MG. (1925) The ketogenic diet in epilepsy. JAMA 84:1979–1983.

Wheless, James W.  (2008) Epilepsia Journal, History of the ketogenic diet (pages 3–5), Version of Record online: 4 NOV 2008 | DOI: 10.1111/j.1528-1167.2008.01821.x

Freeman JM, Kelly MT, Freeman JB. (1994) The epilepsy diet treatment: an introduction to the ketogenic diet. Demos, New York .

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